Stipendium 2023 - Neues Projekt 1

frieda knie druckgrafik
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Stipendium 2023

Stipendium


Kultur ans Netz
 
Investitionsbank Sachsen-Anhalt / Arbeitsstipendium 2023

Im Jahr 2023 durfte ich die Ehre und das Privileg genießen, ein Stipendium zu erhalten, das meine künstlerische Reise tief bereichert hat. Während diesem Arbeitsprozess begegnete ich den Werken des englischsprachigen Lyrikers, Dramatikers und Kritikers Thomas Stearns Eliot, dessen Gedicht „The Waste Land“ mich auf eine besondere Weise inspiriert hat. Es ist ein Werk, das die Vergänglichkeit, Zerstörung und die zerbrechliche Schönheit unserer Natur reflektiert – eine Mahnung und zugleich eine Einladung, die Welt mit neuen Augen zu sehen.

In meiner künstlerischen Arbeit widme ich mich der Druckgrafik – Holzschnitt, Monotypie, Radierung – sowie der Textilkunst. Mein Thema ist die Spannung zwischen Fülle und Leere in unserer Welt. Nachhaltigkeit ist dabei kein bloßes Konzept, sondern eine lebendige Haltung: Wir sind aufgerufen, achtsam mit unseren Ressourcen umzugehen. Kunst besitzt die Kraft, diese Botschaft zu vermitteln, den Betrachter zum Nachdenken zu bewegen und die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit unserer Umwelt zu hinterfragen.

Der kreative Prozess
ist geprägt von intensiven Arbeitsschritten, die durch begrenzten Raum und Zeit eingeschränkt sind. Trotz der verfügbaren Zeit spüre ich stets eine Art drängende Deadline, die mich antreibt, tief in die Materie einzutauchen. Stundenlang studiere ich winzige Markierungen auf Stoffen, treffe Entscheidungen Stich für Stich, experimentiere mit Materialien und Formen. Das Spiel mit Mustern, Kontrasten und Texturen ist ein Dialog zwischen Material und Idee, ein Streben nach Harmonie und Ausdruck. Stoffe und Papiere werden immer wieder auseinander- und wieder zusammengelegt, um die perfekte Balance zu finden. Schichtungen, Flickstellen, Nähte – all das schafft faszinierende Oberflächen, die bei näherer Betrachtung eine poetische, manchmal befremdliche Atmosphäre offenbaren.  
Die Arbeit ist ein stetiger Fluss des Experimentierens, bei dem sich die Materialien zu einer Serie von Landschaften verdichten – Bilder, die auf den ersten Blick vertraut erscheinen, bei näherer Betrachtung jedoch eine aufregende, poetische Fremdheit offenbaren. Leider reichten die drei Monate Arbeitszeit nicht aus, um alle Ideen vollständig umzusetzen. Daher habe ich um eine Verlängerung gebeten und freue mich, dass diese gewährt wurde.
 
Mein herzlicher Dank gilt der Investitionsbank Sachsen-Anhalt für das großzügige Arbeitsstipendium, das mir diese kreative Reise ermöglicht hat.

Dieses Projekt ist für mich mehr als nur eine künstlerische Arbeit – es ist eine Reflexion über unsere Welt, unsere Ressourcen und die Verantwortung, die wir tragen. Kunst kann Brücken bauen, zum Nachdenken anregen und Veränderungen bewirken – im Kleinen wie im Großen.  
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